Man – ich mich offenherzig mit einschließend – gibt sich gerne tolerant, weltoffen und gewandt. Doch egal wie mental flexibel man sich selbst gerne sieht, wenn sich die eigenen schön und in langer Arbeit entwickelten Denk- und Wahrnehmungsmuster verändern müssen, ist das jedes mal bitter. Natürlich muss es dabei nicht immer um die wichtigen Dinge des Lebens, nein viel mehr sind es diese kleinen Weltbildsveränderungen, die einen zerbürben können.
Kleines Beispiel: Der Maskenmann – Sido. Zu Beginn seiner Karriere ein Antisymphatieträger mit Gettho-Gangster-Huren-Image und -Lyrics. Im Laufe der Jahre – und ich gebe das ungerne zu – entwickelte sich dieser Mann zu einem humorvollen Rapper mit – und das ist als Kompliment gemeint – fast-stillvollen Texten. “Hey du”, “Herz” – zwei hervorragende Tracks des ehemaligen Unsymphaten und eine nervige Erkenntnis, die mich zu einer Weltbildveränderung gezwungen hat. Das mag jetzt nicht hart klingen, aber: hey! Doch das ist es – hart!
Gott sei Dank, gibt es aber auch noch gute Menschen. Menschen wie Bushido. Der bleibt auch nach mehreren Jahren, etlichen Platten und einem Kinofilm ein Idiot, wie am ersten Tag. Von Anfang an konnte ich diesen Honk nicht leiden und sein Film – geschätzt meist-verwendetes Wort “ficken” – verstärkt den Eindruck nur. Auch der Top-Schauspieler-Support für diesen Streifen verändert mein Weltbild nicht. Sehr schön! Danke, Bushido! Böser, Sido!





